Romantik in Schwerin

Als ich im September mal wieder in Lübeck verweilte, überlegte ich was ich denn an meinem freien Tag machen könnte. Lübeck anschauen? Schon wieder? Nein, ich wollte mir irgendetwas anderes ansehen, also habe ich Google Maps aktiviert und geschaut was es für Städte in meiner Nähe gab. Gesucht und gefunden: Die Stadt Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern war nur eine gute Stunde von mit entfernt und die Zuganbindung war super. So habe ich dann einen Tagestrip in die romantische Stadt im Norden unternommen.

Die Schweriner Altstadt

Schwerin hat eine unglaublich schöne Altstadt mit sehr vielen Fachwerkhäusern und kleinen schmalen Gassen. Ich schlendere gerne immer erst einmal durch die Stadt und schaue was es zu entdecken gibt. Vor allem bei Schwerin bin ich ziemlich ohne Plan angereist, was aber überhaupt kein Problem war, da die Altstadt wirklich zum Verweilen einlädt.
Ich habe dann noch eine kleine Gasse entdeckt, mit handgemachten Eis in Schwerin. Das musste ich natürlich sofort probieren und was soll ich sagen - das Eis ist wirklich sehr gut gewesen. Nur die Waffel war so gar nicht mein Fall.

der schweriner dom

Wenn sich die Gelegenheit ergibt, dann versuche ich immer auf irgendeine Aussichtsplattform zu gelangen um die Stadt von oben zu sehen. Schwerin hat einen Dom mit einer Höhe von gut 105 Metern den ich gleich hinauf wollte. Der Eintritt zum Dom an sich ist kostenfrei, der Aufstieg auf den Turm kostet zwei Euro.
Der Dom besitzt allerdings keinen Aufzug und der Aufstieg ist wirklich sehr eng und die Stufen sind nicht so breit, das heißt keine Ausweichmöglichkeit bei Gegenverkehr. Ab und an gibt es Einbuchtungen, bei denen man aneinander vorbei kommt. Das sollte man im Vorfeld unbedingt wissen (ich wusste es nicht, aber es ging trotzdem). Jemand der aber Probleme mit seinen Beinen o. ä. hat, sollte den Aufstieg vielleicht vermeiden. Vor mir war eine Mutter mit Kind und das Kind hat fleißig die Stufen mitgezählt und kam auf stolze 220 Stufen (mitgezählt hab ich allerdings nicht). Der Aufstieg hat sich aber gelohnt, ich wurde mit einer wunderschönen Aussicht belohnt.

Cafe Müllers für den kleinen hunger

Ich bin unterwegs an einem kleinen alternativ angehauchten Café vorbeigekommen, das Café und Bistro Müllers. Hier ist alles Vegetarisch und Bio. Ich habe mir nur schnell ein Stück Kuchen gegönnt, habe mich im Café aber sehr wohl gefühlt, da das Ambiente sehr angenehm war und die Bedienung sehr freundlich. Als gerade nichts los war, hat sich die Bedienung sogar kurz zu mir gesetzt und sich mit mir über meine Kamera unterhalten. War ein nettes Gespräch, aber er wusste definitiv mehr über meine Kamera als ich selbst :-)

Der Schlossgarten ohne schloss

Da meine Zeit in Schwerin sehr begrenzt war, habe ich mich dazu entschlossen keine Führung durch das Schloss zu machen. Im Nachhinein weiß ich nicht, ob das so richtig war, ich hätte es wirklich gerne von Innen gesehen, aber es ergibt sich bestimmt irgendwann noch einmal die Chance. Den Schlossgarten wollte ich mir aber nicht nehmen lassen. Einfach mal die Seele baumeln lassen und am See entlang spazieren. Das tat wirklich gut. Und es ist wirklich alles sehr gepflegt, ich hätte hier Stunden verbringen können.

kleines schleifmühlen museum

Ich bin gezielt zu einem kleinen Schleifmühlen Museum gelaufen, denn daran läuft man an so einem kurzen City Trip wahrscheinlich nicht "aus versehen" mal vorbei obwohl es in der Nähe des Schweriner Schlosses ist.
Der Eintritt in die Schleifmühle war recht günstig, er lag bei drei oder vier Euro. Ich glaube vier, da ich einen Euro extra für das Fotografieren bezahlt hatte. Man bekommt eine Führung durch das Museum mit einem Vortrag. Außerdem gibt's eine kleine Vorstellung, wie die alte Steinsäge arbeitet. Man bekommt hier Einblicke in ein altes Handwerk, das ich persönlich sehr faszinierend und interessant finde, allerdings ist das sicher nicht für jeden was.

Schnitzel mit kartoffeln statt fisch

Nach dem ganzen Gelaufe bekommt man dann noch mal Hunger und ich habe mich im Restaurant Lukas niedergelassen. In diesem Restaurant gibt es die unterschiedlichsten Fisch Spezialitäten, so wie überall im Norden. Allerdings esse ich keinen Fisch, war also wahrscheinlich ziemlich fehl am Platz. Aber ich war so hungrig und die Google Bewertungen waren gut, also habe ich trotzdem bestellt. Und wer hätte gedacht, dass die im Norden so gutes Schnitzel machen können? Spaß beiseite, es war wirklich super und die Bedienung voll auf Zack, obwohl es wirklich voll war. Definitiv empfehlenswert.

Das versteckte Flippermuseum

Die einzige Sache, die ich unbedingt in Schwerin machen wollte, war in das Flipper Museum zu gehen. Ich hatte auf der Zugfahrt davon gelesen und war sofort begeistert. Ich bin leider nicht mehr mit Flippern aufgewachsen. Als ich ein Kind war gab es zwar noch vereinzelt ein paar, aber die waren schnell wieder weg. Also hab ich mich auf den Weg gemacht und bin zum Museum gute 30 Minuten vom Zentrum aus gelaufen. Von außen und ehrlich gesagt auch von Innen sieht das Flipper Museum nicht gerade einladend aus. Die Öffnungszeiten sind leider auch nicht so gut und ich habe auch gelesen, dass ab und an die Flipper kaputt sind. Ich hatte allerdings Glück, ich bin eingetreten und habe mich einfach nur gefreut. Eigentlich jeder Flipper, den ich nutzen wollte, hat auch funktioniert. Ich konnte mein Glück auch am Herkules Flipper versuchen, dem größten Flipper der Welt (2,36 Meter lang und 2,11 Meter hoch). Es gibt auch alte Retro Spiele Automaten, da hab ich dann erst mal den Highscore von Pacman geknackt und mich voller Freude auf andere Games gestürzt. Für mich sind die zehn Euro Eintritt gut investiert gewesen. Allerdings sollte man wirklich auf die Öffnungszeiten schauen und nicht zu spät vorbeikommen, sonst hat man vielleicht nicht so viel Zeit an den Automaten wie man sich vorstellt.

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