Havanna (Teil 1)

Immer wenn das ich das Lied von Camilla Cabello im Radio höre muss ich beim Refrain unweigerlich an unseren Havanna Aufenthalt denken. In Havanna haben wir gut 2 1/2 Wochen verbracht und hatten (das erste Mal in einem Urlaub) so etwas wie eine gewisse Routine. Wir wussten, wo wir uns Frühstück holen möchten, wir wussten, wo wir gut Essen gehen konnten, wir wussten welchen Bus wir für den Strand nehmen können und wie wir sonst auch zurechtkommen. Diese Alltagsroutine haben wir sonst nicht, da wir eigentlich nie so lange in einer einzigen Stadt bleiben, aber bei Havanna war es das definitiv Wert da es einfach auch so anders war, als alles was ich bis dato kennengelernt habe.


Kulturschock kuba

Ich muss sagen, ich war nicht so gut auf den Aufenthalt vorbereitet. In Havanna lebte eine gute Freundin (welche mittlerweile in Malta lebt, besucht doch ihre Website) und ich hab mich ein bisschen auf sie verlassen und mich nicht so über die Umstände informiert. Sie hat uns auch ein Taxi besorgt, welches uns vom Flughafen abholt und zu unserer Unterkunft gebracht hat (welche sie auch für uns besorgt hat). Also erstmal ziemlich easy für uns.
Unsere Unterkunft, wie auch alle Gebäude in Kuba außer den Luxushotels, war ziemlich heruntergekommen.
Was dann erst einmal eine Umstellung war, ist dass man Toilettenpapier in den Müll wirft um die Rohre nicht zu verstopfen. Ihr hättet mein Gesicht sehen sollen. Man hätte sich sowas zwar denken können, da in Kuba ärmlichere Verhältnisse herrschen, aber ja - ich hab nicht so weit gedacht.

Meine erste Dusche verlief dann auch ein bisschen anders als erwartet: Ich stand schön einshampooniert unter der Dusche und plötzlich ging das Wasser nicht mehr. Rund um die Uhr Wasser und Strom haben - purer Luxus. Na dann, willkommen in Kuba!

Die unterkunft

Wir haben in einer Casa Particulae gewohnt, also bei einer Einheimischen zuhause. Diese Casas sind, wie in meinem älteren Post beschrieben, mit einem blauen Anker gekennzeichnet.

Wir haben bei Marie gewohnt, eine Dame die nur Spanisch gesprochen hat und leider kein Englisch. Das wird man in Kuba sehr oft vorfinden, nur sehr wenige sprechen Englisch, meistens die jungen Leute. Wir sprechen beide kein Spanisch, am Anfang hatten wir unsere Freundin, die erst einmal alles für uns geregelt und übersetzt hat. Danach konnten wir mit ihr dann eher mit Händen und Füßen kommunizieren. Geht alles wenn man will. Preislich lag die Unterkunft bei

25 CUC das Zimmer/Nacht, also 12,50 CUC pro Person. Für uns war das voll ok.

strassen lärm und vogelgezwitscher

Als ich den ersten "Schock" erst einmal überwunden habe, war ich doch ziemlich überrascht wie schnell wir uns mit den Tatsachen arrangiert haben. Wir haben in Europa immer viel mehr als wir eigentlich benötigen und es tut einem selber auch gut, wenn man es anders kennenlernt. Die Fußwege zum Beispiel sind in Havanna ein wahres Abenteuer, ziemlich kaputt und extrem viele Schlaglöcher (oder auch mal einfach ein großes tiefes Loch ins nirgendwo). Man muss immer auf den Weg achten, da man wirklich jeden Meter an irgendetwas stolpern kann. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu tollpatschig.

In Havanna sollte man übrigens nicht unter Balkonen entlanglaufen. Laut unserer Freundin stürzen die Balkone auch mal gerne einfach ab.

In Havanna hat man durch die ganzen Oldtimer einen extremen Benzingeruch in der Luft. Am Anfang fand ich es furchtbar aber man gewöhnt sich tatsächlich recht schnell daran. Die Oldtimer sind ein wundervoller Anblick, und zwar nicht die Top gepflegten Touri-Oldtimer in denen Blondinen sitzen und Selfies machen, sondern die alten Klapperkisten. So habe ich mir Havanna vorgestellt!

Wovon ich unfassbar fasziniert war, ist dass auf der einen Seite unglaublich lauter Straßenlärm vorzufinden war aber gleichzeitig auch überall lautes Vogelgezwitscher. Das kam mir so surreal vor. Was einem auch recht schnell auffallen wird sind die vielen Straßenhunde die einem teilweise total herunter gehungert hinterherlaufen. Aber nicht Anfassen, denn es besteht bei den Tieren Tollwut Gefahr.

Alles klar, alles paletti

Im Zentrum von Havanna wird man sehr oft von den Kubanern angesprochen, ob man nicht irgendwas kaufen möchte (überwiegend Zigarren) oder betteln um Geld. Was auch oft passiert ist, war folgende Konversation:
„Hey, where are you from?"
„Germany"
„Aaah, alles klar, alles Paletti?"
Lachen auf beiden Seiten.
Leider war diese nett gemeinte Konversation auch nur ein Vorwand um uns etwas zu verkaufen oder uns in ein Lokal zu bringen, damit die Kubaner ihre Provision einheimsen konnten. Es ist schwer herauszufinden, wer ernsthaft an einem Kulturaustausch interessiert ist, oder einem nur etwas verkaufen möchte. Das fand ich sehr Schade. Hätten wir Spanisch gekonnt wäre es wahrscheinlich besser gelaufen.

„ich muss schauen ob es noch salz gibt"

„Nehmt Magentabletten mit, jeder der in Kuba war bekommt ganz heftige Magenprobleme".
Danke für den Tipp an so ziemlich jeden den wir von Kuba erzählt hatten.
Und nein: Wir hatten keinerlei Magenprobleme, nicht einen einzigen Tag. Wieso? Weiß ich auch nicht. Gute Intuition vielleicht? Wir haben eigentlich nur dort gegessen, wo das Essen nicht schon stundenlang in der Sonne war oder auf Empfehlung anderer.

Das Essen in Havanna war mir grundsätzlich ein wenig zu weich. Eine gute Pizza oder Nudeln konnte man da nicht wirklich essen. Was es immer gutes gibt, außer Cocktails und frischen Obstsäften, sind Reis oder Fischgerichte. 
Nicht jedes Lebensmittel ist immer verfügbar, es wird einfach das eingekauft was da ist, ob man es braucht oder nicht. Während wir da waren gab es kein Salz, die ganze Zeit über nicht. Das ist dann halt so und jeder arrangiert sich damit.

Eine kubanische Spezialität, welche wir wirklich genossen hatten war z. B. Ropa Vieja (gerupftes Rindfleisch mit Reis und würziger Soße). Ich mochte auch die Süßkartoffelchips oder Bananenchips die oft noch serviert werden.
Wir waren öfter in einem kleinen Lokal "Locos Por Cuba" (San Lazaro), wo es unfassbar leckeres Hühnchen mit Reis und Chips gab. Wir haben da für zwei solche Teller mit vier Frischen Ananassäften nur 10 CUC bezahlt.

malecón

Ein Malecón ist übersetzt eine Ufermauer aus Stein. Wir haben uns sehr oft am Malecón aufgehalten, gerne zum Sonnenaufgang oder auch Untergang. Die Einheimischen halten sich selbst auch gerne hier auf, wir haben hier schon eine kleine Party erleben dürfen oder einfach ein tanzendes verliebtes Paar, das war ein schöner Anblick den man so in Deutschland wahrscheinlich nicht so schnell bekommt. Dafür sind wir deutschen einfach zu deutsch.

nightlife in einer alten fabrik

Havanna hat ein ziemlich lebendiges Nachtleben. Ich bin nicht so der Party-Typ aber wir sind einmal in die Fabrica de Arte Cubano, eine alte Fabrik welche auf mehreren Etagen Discothek, Bars, moderne Kunst, Fotografie und Theater bietet. Ich war ziemlich beeindruckt vom Konzept und hab mich dort auch sehr wohl gefühlt. Die Schlange vor der Fabrica war unfassbar lang, da unsere Freunde dort aber jemanden kannten konnten wir tatsächlich mit etwas Schmiergeld (5 CUC) sofort hereingehen. Hab mich dann ein bisschen wie im Film gefühlt, klingt irgendwie albern, aber es war tatsächlich so. Man bekommt am Eingang eine Stempelkarte auf der protokolliert wird, was man konsumiert hat und das zahlt man dann beim herausgehen. Um 03:00 Uhr war dann Schluss in der Fabrica und das rauskommen erwies sich dann als sehr mühsam, da ja jeder noch zahlen musste. Aber irgendwann schafft man es dann doch mal raus.

part 2 coming soon...

 

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