Roadtrip durch Malta

Ich liebe Ostern, denn es ist die perfekte Gelegenheit für einen Kurzurlaub. Absolut genial mit nur einem Urlaubstag auf 5 Tage für das Reisen zu kommen.

Wir haben uns dieses Ostern für Malta entschieden, um eine Freundin zu besuchen (Hallo an Ines von locally abroad) und die kleine Insel zu erkunden.

 


Von 1° auf 22°

Die kleine Insel im Mittelmeer mit einer Größe von 316 km² beeindruckt mit seinem Kulturmix. Die verschiedenen Besatzungen in der Vergangenheit machen sich bis heute in der Stadt bemerkbar. So hat man zum Beispiel einen mediterranen Flair wie in Italien und plötzlich steht einfach mal eine englische Telefonzelle im Weg. Absoluter Stilbruch, absolut genial!

Ich habe für Malta das erste Mal über einen Reiseveranstalter gebucht und war unfassbar misstrauisch. Ich war mir sicher: Irgendwie geht was schief! Wenn man gewohnt ist alles selbst in die Hand zu nehmen und alles einzeln zu buchen kommt einem so ein komplett Paket einfach nicht ganz koscher vor. Aber was soll ich sagen, mein Misstrauen war völlig unbegründet, alles hat einwandfrei geklappt und wir sind von Zürich bei einem Grad Celsius problemlos gestartet und in Malta bei 22 Grad gelandet. Endlich mal wieder Sonne tanken, das Wetter auf Malta war wirklich angenehm.

Geschlafen haben wir im Ramla Bay in Mellieha, eine riesige Hotel Anlage, also eigentlich gar nicht mein Fall. Aber es war sauber und das Frühstück sehr gut also will ich mich nicht beschweren. Vom Flughafen zum Hotel hatten wir einen Shuttle bei dem auch - gegen meine Erwartungen - alles geklappt hat. Vielleicht sollte ich öfter solche Pakete buchen? Nein ich denke nicht, selber zusammen stellen ist dann doch mehr meins. 

Der Mietwagen

Links Verkehr, kaputte Straßen mit riesen Schlaglöchern, absolut enge Straßen und einfach ein chaotischer Verkehr. So könnte man die Straßen Maltas bezeichnen. Ich war froh, dass ich nicht mit dem Auto gefahren bin, denn ich empfehle das selber Fahren wirklich nur geübten und guten Autofahrern (eine ehrliche Selbsteinschätzung an dieser Stelle bitte), ansonsten kommt man auch gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus. Die Busanbindungen sind wirklich gut, es dauert nur alles länger.

Wir haben zum ersten Mal einen Mietwagen gehabt und ich bin schon auf den Geschmack gekommen. Man ist einfach viel flexibler und kann nach seinem Tempo reisen. Das wird definitiv wiederholt. Unser Mietwagen war von Budget und wir haben noch den Komplettschutz dazugebucht, der zwar teuer war, aber nachdem wir die Straßen Verhältnisse gesehen haben, waren wir wirklich froh. 

Tages Rundreise durch Malta

Bugibba

Was, eine Route durch Malta ohne Valletta!? Ja, für Valletta haben wir uns einen vollen Tag genommen, deshalb ist es hier nicht mit auf der Route eingezeichnet. In Bugibba haben wir unseren Mietwagen abgeholt, wir sind aber erneut nach Bugibba gefahren da hier das gestrandete Schiff "Hephaestus" am Strand liegt. Ich hätte es gar nicht gesehen, aber mein Mann hat es bereits von Weitem entdeckt und wollte es gerne vom Nahen sehen. Ich konnte leider nicht herausfinden, was mit dem Schiff passiert ist aber der Anblick des Schiffes bei starkem Wellengang lässt einen demütig werden.

Marsaxlokk

Unser Erster geplanter Stopp war Marsaxlokk. Von unserer Unterkunft in Mellieha haben wir ca. 45 Minuten gebraucht. Die Hafenstadt ist sehr schön, da im Hafen viele bunte Fischerboote anliegen. Man kann hier viel Zeit mit fotografieren verbringen. Als wir angekommen sind war der sonntägliche Markt und wir haben ein bisschen geshoppt. Im nach hinein habe ich erfahren, dass der Markt für die Touristen tatsächlich täglich abgehalten wird und nicht nur sonntags wie es im Reiseführer stand. Mehr konnte man irgendwie auch nicht machen, außer essen oder shoppen (und den Hafen bestaunen). Das Essen soll sehr gut sein, allerdings waren wir vom Frühstück noch gut gesättigt.

Blue Grotto

 Die nächsten Stationen waren dann nicht ganz so spannend, erst wollten wir zur blauen Grotte und mit einem Boot fahren, der Bootservice war aber geschlossen. Eigentlich ist dieser ab April bereits offen, aber ich vermute, dass der Wellengang zu stark war. Wir haben auch beobachtet, wie ein Helikopter zwei Taucher retten musste, da die Strömung sie immer weiter raus getrieben hat. Schön war die Aussicht bei der Grotte dort trotzdem. Der zweite Stopp waren die Hagar Qim Ruinen, der Eintritt hatte jedoch 10 € gekostet und wir waren uns nicht sicher ob, wir so viel Geld ausgeben wollen. Hagar Qim ist einer von fünf Tempelkomplexen in Malta, welche teilweise älter als die Pyramiden von Gizeh sind (bis zu 3600 v. Chr.). Da ich definitiv auf Gozo Ggantija besichtigen wollte, haben wir Hagar Quim ausgelassen und sind dann weiter gefahren. Ggantija konnte ich dann leider auch nicht besichtigen, aber das könnt ihr in meinem kommenden Gozo Beitrag noch lesen.

Dingli Klippen

Die Aussicht der Dingli Klippen ist wirklich toll, wir haben den Stopp nur als kurze Unterbrechung eingeplant, hätten aber locker länger bleiben können. Es ging schon ein gutes Stück runter, wenn man so ein Tollpatsch ist wie ich, sollte man eigentlich nicht so nah an den Rand gehen, ich habe es aber trotzdem gemacht. Die Aussicht war es auch Wert.

MDINA

Für die ehemalige Hauptstadt Mdina haben wir uns viel zu wenig eingeplant, wir sind recht schnell aus der Stadt raus, und im nach hinein meinte jeder in Mdina wäre man gerne länger geblieben, denn die Stadt hat uns sehr imponiert. 1571 wurde Mdina von Valletta als Hauptstadt abgelöst, da Valletta strategisch besser gelegen war. Verstecken muss sich die Stadt vor Valletta deshalb aber keines Falls, auch wenn die Stadt extrem klein ist. Mir haben vor allem die engen Gässchen gefallen. Ich hatte dann immer das Gefühl mir kommt gleich die Königswache von Königsmund entgegen (Ja ich weiß, dass Game of Thrones unter anderem auf Malta gedreht wurde. Kein Wunder, die Atmosphäre ist genial!). Überhaupt der Look von Malta mit den ganzen Sandsteinhäusern hat es mir angetan, dazu das Meer und die warme Sonne - ich habe mich schon lange nicht mehr einfach wie im Urlaub gefühlt. Reisen und Urlaub machen sind dann doch irgendwie zwei Paar Schuhe.

Wir waren in Mdina noch in der St. Paul Kathedrale, welche innen nur vor Gold strotzt. Die Kathedrale ist bei einem Erdbeben 1693 zerstört und dann wieder neu aufgebaut worden. Man kann sie eigentlich nicht verfehlen, wenn man in die Stadt kommt. Für Mdina werde ich mir das nächste Mal mehr Zeit einplanen.

Nach Mdina sind wir dann geschafft wieder zurück nach Mellieha gefahren und haben uns dort noch einen schönen Abend gemacht. Die Route hat mir gut gefallen, da man auch Landschaftlich viel zu sehen bekommt. Da Malta recht klein ist, kann man in so kurzer Zeit sehr viel sehen. Natürlich könnte man die einzelnen Stationen viel intensiver aufsaugen, aber bei einem Trip von vier Tagen muss man Kompromisse machen. Ihr kennt das sicher.

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Kommentare: 1
  • #1

    Bruno (Samstag, 02 März 2019 21:00)

    Da habt ihr intuitiv keinen schlechten Ausgangspunkt gehabt. Und der Mietwagen war auch eine gute Entscheidung. Das würden wir bei einem weiteren Besuch definitiv auch so machen, sonst versinkst du im Chaos der öffentlichen Verkehrsmittel. Und für Mdina brauchst du wenigstens ein paar Stunden am besten im schönen Nachmittagslicht.
    Viele Grüße
    Bruno