Der Rhonegletscher

Kennt ihr diese Bilder von atemberaubenden Gletschern und Eistunneln? Ich dachte immer ich muss für so etwas nach Island fahren. Oder noch weiter weg.

Doch da fahren wir rein zufällig an einem Gletscher vorbei, bei dem man tatsächlich durch einen Eistunnel gehen kann. Ich war ziemlich aus dem Häuschen und wollte es unbedingt mit meinen Augen sehen. Dadurch, dass das ganze so zufällig passiert ist, macht es den Ausflug umso schöner.

Begonnen hat der Tag damit, dass wir mal wieder einen Pass fahren wollten. Den Furka Pass kannte ich noch nicht, also sind wir ins Auto und losgefahren. 

DER FURKAPASS

Der Furkapass, einer der bekanntesten Alpenpässe, verbindet den Kanton Uri mit dem Kanton Wallis. Er befindet sich auf fast 2500 Metern Höhe und man hat durchgehend eine fantastische Aussicht. Es ist möglich ihn mit dem Susten- oder dem Grimselpass zu kombinieren, die zweite Variante haben wir gewählt.

Vor allem beim Grimselpass sieht man interessante Felsformationen, welche ich so noch nicht gesehen habe.

Wenn ihr in der Schweiz seid, empfehle ich euch mindestens einen Pass zu befahren (es gibt immerhin über 100), denn die Landschaft ist atemberaubend. Solltet ihr einen Motorradführerschein haben, dann selbstverständlich mit eurem Bike. Viele Pässe sind übrigens nur im Sommer zugänglich, da dort im Winter zu viel Schnee liegt. Ursprünglich wollten wir anschließend nach unserer Route Furka- und Grimselpass nach Thun fahren, allerdings ist daraus nichts geworden. Wir sind nämlich während des Fahrens zufällig an einem "Eisgrotten"-Schild vorbeigefahren und ich war ganz neugierig was dort ist. So haben wir am Hotel Belvédére geparkt, welches sich gegenüber des Rhonegletschers befindet, und haben geschaut, was sich dort genau befindet.

Offensichtlich haben wir eine absolute Touristenattraktion gefunden, von der wir bloß vorher nichts gehört hatten.

Der RHONEGLETSCHER

Erst einmal wird man von massig vielen Souvenirs begrüßt, welche wir natürlich komplett ausgeblendet haben, denn ich brauche keine rote Kuh mit weißem Kreuz auf dem Rücken als Statue in meinem Wohnzimmer. Der Eintritt zum Gletscher beträgt 9 CHF, es ist auch möglich mit Euro zu bezahlen, dann wird es 1:1 umgerechnet. Ihr kommt also auch mit 9 € dort hin. Ich empfehle euch Bar zu bezahlen, mit der Kreditkarte gibt es einen Aufschlag von gut 10 %.

Durch das Kassenhaus durch hat man einen imposanten und zugleich traurigen Gletscher zu bestaunen. Er muss einmal gewaltig gewesen sein, allerdings ist er permanent am Schmelzen und wird irgendwann nicht mehr da sein. Der Weg zur Eisgrotte ist mit Geröll bedeckt, man sollte also gutes Schuhwerk mitbringen. Nicht nur wir sind einige male an den Steinen ausgerutscht. Der Ausflug ist somit nicht Rollstuhlfahrer-geeignet. Eigentlich bezahlt man die 9 CHF für die Eisgrotte, aber die Aussicht auf die Umgebung sollte man nicht außer Acht lassen. Es gibt viele Informationstafeln mit Erklärungen über den Gletscher, so wird er vermutlich bis 2090 komplett verschwunden sein. Wer die Chance hat, sollte ihn sich also jetzt noch ansehen. Man merkt nämlich jetzt schon den extremen Rückgang. Die Eisgrotte selbst wird mit planen zugedeckt in der Hoffnung, dass es nicht so schnell schmilzt.
Man kann auch ein Stück nach unten laufen und die eisfrei gewordene Zone (das Gletschervorfeld) bestaunen. Das sind absolut glatt polierte Steine mit riesigen Rissen. Wie das ganze entsteht? Ich zitiere hier gerne die Infotafel: Ein an der Gletscherbasis vorhandenes Sand-Eis-Wasser-Gemisch erzeugt wie Schmirgelpapier in Abschleifen, Glätten und Polieren des Felsens". Wie es genau vonstattengeht, kann ich euch nicht sagen.
Aber man kann die Steine natürlich anfassen und sie sind wirklich spiegelglatt. 

Obwohl es hier für Touristen ausgelegt ist, waren gar nicht so viele Menschen da. Vielleicht lag es daran, dass an dem Tag der Schweizer Nationalfeiertag war und die Leute sich mit etwas anderem beschäftigt haben. Aber wir waren froh, dass wir nur mit einem Dutzend anderer Menschen vor Ort waren. 

die eisgrotte

Seit 1870 wird jedes Jahr ein 100 Meter länger Eistunnel in den Gletscher geschlagen. Vorher gab es einen natürlichen Eistunnel im Gletscher, welcher jedoch wegschmolz. Noch nie war ich so nah an einem Gletscher und der Eistunnel strahlt eine mystische Anziehungskraft aus. Das blaue Licht, das im innern schimmert, trägt natürlich dazu bei.

An manchen Stellen sind Löcher in der Wand und wenn man seine Hand in das Loch rein hält, sieht man wie glasklar das Eis ist.

Im inneren des Gletschers ist es nicht so kalt wie erwartet, das lag aber sicher daran, dass wir an einem sehr warmen Tag zu Besuch waren. Ich empfehle trotzdem einen Pullover oder eine Jacke zu tragen. Der Weg selbst ist nicht anspruchsvoll, gutes Schuhwerk sollte man nur aufgrund des Geröll zwischen Eingang und Eishöhle tragen. Mit Turnschuhen kommt man jedoch auch zurecht.

Zeit technisch solltet ihr euch zwischen 30 Minuten und einer Stunde Zeit einplanen. Man kann das ganze natürlich auch schneller durchlaufen, aber wenn man sich Zeit nimmt auch die Umgebung vor der Eishöhle zu genießen, hat man definitiv mehr vom Ausflug. 

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