Ubud - das k̶̶u̶̶l̶̶t̶̶u̶̶r̶̶e̶̶l̶̶l̶̶e touristische Zentrum Balis

Es tut mir jetzt wirklich leid für alle Ubud Liebhaber, aber wir fanden Ubud schrecklich! So, jetzt ist es raus. In jedem Blog lese ich, wie toll diese Stadt ist. Das Herz von Bali - Kultur und Meditation vereint.

Ein Mekka für Spirituelle. 

Nein. Einfach nur Nein. Nach dem ersten Tag wollten wir eigentlich sofort weiter nach Amed, aber auf Ubud hatte ich mich so gefreut. So schlimm kann das doch nicht sein, wenn alle Traveller diese Stadt empfehlen.
Komischerweise erging es nicht nur uns so. Wir haben in Warungs (Schnellrestaurants) mit einigen anderen Reisenden gesprochen und niemand konnte diesen Spirit fühlen, den Ubud angeblich ausstrahlen soll. 

Es war nur überfüllt und nervig (tut mir leid, aber so aufdringlich waren sie nicht einmal am Flughafen).
Unser Hotel (Hotel Tjampuhan Spa*) kann ich aber wirklich empfehlen. Es war zwar das teuerste vom ganzen Aufenthalt, aber es hat sich wirklich gelohnt. Es ist wunderschön gelegen, der Spa Bereich ist genial und das Frühstück Top.

was tun im überfüllten ubud?

Es ist ja nicht ganz so schlimm gewesen, ich möchte es nicht überdramatisieren. Die Gegend um Ubud ist wirklich wunderschön, aber die Stadt war wirklich nichts für uns. Jeder besitzt dort einen Haustempel, nur leider konnte man wenig bis gar nichts von diesen sehen, weil einfach so viele Touristen dort waren und einem auf alles die Sicht versperrt haben. Ich weiß, ich bin auch ein Tourist. Ich trage zur Problematik bei und ich nehme mir auch auch nicht das Recht heraus, einen Ort zu sehen und alle anderen dürfen nicht. Jeder soll die Möglichkeit haben, sich das anzusehen, was ihm gefällt. Heutzutage gibt es ja diese Möglichkeit und eigentlich sollte ich mich darüber nicht ärgern. Wenn man allerdings mit ganz anderen Erwartungen kommt und eine entspannte Stadt erwartet, kann das schon einmal zu Unmut führen. Es reiht sich ein Restaurant neben dem anderen Touristenshop. Von einem ursprünglichen Bali haben wir nichts gesehen. Wir haben dann eine Tour gebucht, um die Gegend um Ubud herum besser kennenzulernen. Leider war die Tour auch ein Griff ins Klo. Es sollte eigentlich eine Individual-Tour sein und man dürfe selbst bestimmen, was man sehen möchte. Aber alles was wir sehen wollten, kannte der Guide nicht oder war zu weit weg. Ich wollte einen bestimmten Tempel ansehen, seine Antwort: Wir haben hier viele Tempel, die sind alle schön“. Er kam schon mit einer fertigen Route und meinte die machen wir jetzt, aber wir können gerne zwischendurch anhalten für Fotos. Ja, das war sehr individuell. Das was wir gesehen haben, war wirklich schön, aber nun mal nicht das was wir wollten. Was am meisten gestört hat war, dass die Eintrittsgelder nicht inklusive waren (bei einer anderen Tour über den selben Anbieter allerdings schon). Wir wurden überall hingefahren, auch wenn wir etwas nicht sehen wollten und mussten dafür zahlen. Unsere Stimmung wurde von Besuch zu Besuch schlechter. 

Hier mal die Route der Tour:

DER Barong tanz

Einen Balinesischen Tanz muss man definitiv gesehen haben! Die Tour hat also, nach dem ich nichts sehen durfte was ich mich wünschte, trotzdem gut gestartet. Beim Barong Tanz geht es um den Kampf zwischen Gut und Böse. Der Barong stellt hierbei das Gute da und die Hexe Rangda das Böse. Achtung Spoiler: Zum Schluss gewinnt keiner, da Gut und Böse ein Gleichgewicht darstellen. Der Tanz besteht aus sieben Akten. Vorab gab es ein Informationsblatt, bei dem die einzelnen Akte beschrieben waren. Auf mehreren Sprachen lag das Blatt aus und wir haben uns das deutsche geschnappt. Wir waren auch sehr froh darum, denn ohne diese Informationen hätte man überhaupt nichts verstanden. Das Ende hätte mich zutiefst verwirrt und ich wäre wahrscheinlich mit einigen Fragezeichen weiter gefahren. So kann ich aber sagen, dass es eine spannende Erfahrung war und mir die Geschichte hinter dem Tanz auch imponiert hat.

Der Eintritt betrug pro Person 100.000 RP was in etwa 6 € sind. 

Tegenungan Wasserfall

Ich wollte mir gerne den Tukad Cepung Wasserfall ansehen, aber dieser war dem Guide nicht bekannt. Er hat uns zum Tegenungan Wasserfall geschickt - denn Bali hat ja viele schöne Wasserfälle. Leider hat uns der Wasserfall nicht gefallen, es lief nur brauner Schlamm herunter und es war mal wieder extrem überfüllt - wie überall in Ubud und Umgebung. Wir sind alle die vielen Treppenstufen hinuntergepilgert um uns den Wasserfall mit den vielen anderen Touristen anzusehen. An diesem Tag konnte ich mich einfach nur schwer begeistern und war einfach enttäuscht. Lasst euch von meinem Bild nicht täuschen, ich habe den Bildausschnitt so gewählt, dass man keinen Menschen sieht und dafür musste ich auch ein wenig warten um im richtigen Moment abdrücken zu können.

Pura Gunung Kawi

Am Eingang haben wir einen Sarong (ein traditionellen Wickelrock) bekommen, welchen man um die Hüfte binden muss, wenn man die Tempel in Bali besuchen möchte. Wenn man als Frau seine Menstruation hat, darf man den Tempel übrigens nicht besuchen. Das steht auch ausdrücklich am Eingang bei den Tempel Regeln. Kontrollieren kann das natürlich keiner, aber es ist schlecht für euer Karma. 

Der Pura Gunung Kawi ist ein schön angelegter Tempel der sehr klein und ruhig ist. Er steht für den Quellgott. Wir haben gelernt, dass es im Hinduismus nur einen Gott gibt, die Menschen diesem Gott aber verschiedene Identitäten geben. Also Wassergott, Windgott, Feuergott, etc. Da standen wir also im Tempel des Gottes der Quellen. Geschmückt mit Statuen und Schreinen hat er sehr imposant auf uns gewirkt. Balinesische Tempel sind im Familienbesitz und werden mit jeder Generation weiter ausgebaut, weshalb alte Tempel auch immer sehr groß und detailreich sind. Wir haben uns ein wenig zu den Fischen gesetzt und die kurze Verschnaufpause genossen. Ich habe mir selbst gesagt: Du kommst jetzt mal runter. Das ist wunderschön hier, also stell dich nicht so an und freue dich über das, was du alles sehen darfst." Dieses einreden hat aber nur bis zum nächsten Stopp angehalten.

Kintamani - Blick auf den Mt. Batur

Unser Guide wollte uns gerne eine fantastische Aussicht auf den Vulkan Mount Batur garantieren also sind wir nach Kintamani gefahren. Überraschung: Eintritt kostet 30.000 RP, ach und weil wir in einem Auto kommen kostet es noch einmal 40.000 RP. Also noch einmal die 100.000 RP bezahlt. Langsam haben wir das Gefühl gehabt, dass wir abgezockt wurden. Auf den Rückweg sind wir komischerweise an keiner "Mautstelle" vorbeigekommen, welche Geld verlangen könnte. Schade, dass dieser Weg nicht für den Hinweg genutzt wurde, denn er war ja offensichtlich bekannt.

Okay, nicht dass jetzt hier ein falsches Bild vermittelt wird. Ich bezahle wirklich anstandslos Eintrittsgelder und beschwere mich auch selten, dass sie zu hoch sind. Gerade hier in Bali sind das für uns Europäer lachhafte Beträge. Aber es geht mir ums Prinzip, wie mit der Situation umgegangen wurde. Es wurde nicht gefragt: Möchtet ihr euch XY ansehen, das kostet XY RP" sondern wir wurden einfach abgesetzt und dann hieß es: „Bezahlen Sie jetzt die 100.000 RP" ob man rein möchte oder nicht.

Wir wurden dann bei einem indischen Restaurant abgesetzt. Die Konversation lief dann so ab:

Guide: „Haben Sie Hunger?"

Wir: „Nein, danke. Wir können gerne noch weiter fahren."

Guide: „Nein, ich habe jetzt Hunger. Wir essen in diesem Restaurant."

Ich: „Ich esse nicht so gerne indisch, können wir in ein anderes Restaurant fahren?"

Guide: „Nein, jetzt ist Mittagszeit und jetzt sind wir hier. Hier gibt es Buffet, das ist ganz toll."

Wir: „Wir haben aber keinen großen Hunger, da möchten wir kein Buffet essen."

Wir wurden dann also genötigt uns hineinzusetzen. Der Guide hatte sich nicht zu uns gesetzt, ob er wirklich etwas gegessen hat, wissen wir nicht.

Er hat aber unsere schlechte Laune gespürt und bekam sie dann auch so langsam. Außerdem haben wir uns geweigert etwas zu essen und haben jeweils nur eine Tasse Tee bestellt. Das kam für seine Provision natürlich nicht so gut.

Danach ging es zum letzten Stopp, meinem einzigen, der auf der Wunschliste stand.

Tegallalang reisterrassen

Die Reisterrassen Balis sind sehr bekannt. Jeden Tag, wenn ich durch meinen Instagram Feed scrolle, sehe ich mindestens einmal ein Bild davon. 

Die Tegallalang Reisterrassen sind sehr Nahe an Ubud und von dort aus auch schnell zu erreichen. Glücklicherweise waren wir zu diesem Zeitpunkt fast alleine dort und wir haben es geschafft einige tolle Drohnen Aufnahmen zu erstellen. Wir sind auch durch die Reisfelder spaziert und der Guide hat und noch einiges über die Balinesische Kultur und Religion erzählt. Wenn ich auch viel über ihn schimpfe - er hat uns wirklich sehr viel Interessantes erzählt wie zum Beispiel, dass die Balinesen einem anderen Kalender System folgen. Ihr Kalender hat weniger Tage und alle Zeremonien gehen nach diesem Kalender. Deshalb ist es für Touristen manchmal schwer nachzuvollziehen wann, warum und welche Zeremonie stattfindet. Von diesen gibt es in Bali tatsächlich unzählige. Es ist für die Einheimischen eine Ehre, an einem Fest teilzunehmen. Da diese so oft stattfinden und die oberste Priorität haben, können Balinesen nur um die fünf Tage am Stück Urlaub machen. Da können wir uns doch wirklich mal glücklich schätzen, dass wir so viel Urlaub haben und auch mal mehrere Wochen am Stück bekommen können.

zurück nach ubud

Wir hatten noch drei Stunden von unserer gebuchten Zeit übrig, aber keiner hatte mehr wirklich Lust auf den anderen. Der Guide hat vorgeschlagen uns zu unserem Hotel zu fahren und das haben wir dann auch angenommen. Die Chemie hat einfach nicht gestimmt und ich war von Anfang an enttäuscht, dass eine gebuchte Individual-Tour nicht nach unseren Vorstellungen angepasst werden kann. In den Bewertungen der Tour konnte ich übrigens herauslesen, dass andere Leute sehr wohl an meinen Wunschorten gewesen sind. Es kommt scheinbar wirklich auf den Guide an. 
Dem Unternehmen haben wir dann mit einer anderen Tour noch eine Chance gegeben. Der Tourguide war ein anderer - und was soll ich sagen. Die Tour war einer der besten Tage unseres Trips und mit dem Guide habe ich Kontakt über Facebook und Instagram geschlossen.

Der Tour  widme ich einen extra Eintrag.

Ich weiß, der Blogeintrag liest sich sehr negativ, aber mir ist es wichtig ehrlich über meine Erfahrung zu schreiben. Diese war leider negativ, obwohl die Orte selbst sehr schön waren. 

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