Reisetipps Marrakesch / Marokko

In Marrakesch erwartet euch eine komplett andere Welt. Hier liste ich euch einige Tipps auf, welche ihr beherzigen solltet, wenn ihr in das schöne Land Marokko einreisen möchtet.

die richtige kleidung

Bevor es los geht, möchte ich auf die richtige Kleidung hinweisen. In Marokko ist sehr trockenes und heißes Klima. Zudem kommt, dass die Menschen dort muslimisch sind und sich danach Kleiden. Touristen, welche sich zu knapp kleiden, werden als respektlos betrachtet und gnadenlos abgezockt. Die Leute, die sich Kleidungstechnisch anpassen, werden sehr herzlich und warm empfangen. Damit meine ich konkret:
Frauen: Schultern bedecken, keine Tank Tops. Auch keine Shorts oder kurzen Röcke, eure Knie sollten bedeckt sein. Ihr könnt sonst schnell mit einer Prostituierten verwechselt werden und vor allem für solo reisende Frauen, kann das schnell, sehr unangenehm werden.
Männer: Gleicher Fall, vor allem kurze Hosen wird als Unterwäsche angesehen und ist damit ein No Go. 

Ganz ehrlich: Eine lange dünne Leinenhose ist bei den Temperaturen ohnehin viel angenehmer. Nehmt eine geeignete Kopfbedeckung mit, ansonsten ist ein Sonnenstich vorprogrammiert, falls ihr solche Wärme nicht gewohnt seid.

ANREISE

Für Staatsbürger aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ist bei einem Aufenthalt von bis zu drei Monaten kein Visum Notwendig.
Wie in den meisten Fällen, muss der Reisepass am Tag der Anreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

Die meisten Flüge nach Marrakesch gehen über Amsterdam oder Paris, deshalb solltet ihr ein paar Stunden für die Flüge einplanen. Der Flughafen von Marrakesch liegt ca. 6 km südwestlich der Medina. Ich bin ein Fan davon, sich von der Unterkunft am Flughafen abholen zu lassen, wenn man noch nie in dem Land gewesen ist. So haben wir es auch gemacht und für den Transfer 15 € bezahlt. Man kann natürlich auch ein Taxi nehmen, man muss aber hart verhandeln und ich habe nur Leute getroffen, die mehr bezahlt haben als wir. 

Es gibt auch einen Bus der in die Stadt fährt, und zwar den Alsa-City Bus Nr. 19 "Aéroport - Centre Ville". Für 30 DH (ca. 2,70 €) bringt er euch an den berühmten Place Djemaa El Fna, von wo aus man in sein Hotel kommen kann, sollte man recht zentral wohnen. Man muss dazu erwähnen, dass es keinen festen Zeitplan gibt und der Bus nach 21:00 Uhr auch nicht mehr verkehrt. 

Übernachtung

In Marokko hat man die Möglichkeit in einem Hotel oder einem Riad zu nächtigen. Ein Riad ist ein traditionelles marokkanisches Haus mit einem Innenhof. Es gibt auch Riads, welche in ihrem Innenhof einen Pool integriert haben, dies widerspricht allerdings dem ursprünglichen Sinne eines Riad. Für Marokkaner ist Wasser sehr wertvoll und in einem traditionellen Haus, welches nicht für Touristen umgebaut wurde, werdet ihr keinen Pool finden.
Dennoch empfehle ich euch die ganz klassische Übernachtung, denn es ist super authentisch und die Innenhöfe sind meistens wunderschön gestaltet. Marokkaner geizen beim Frühstück übrigens nicht, es ist unfassbar lecker und üppig. So gab es auf unserem Frühstücksteller Fladenbrot, Eier, Oliven, Olivenöl, Marmeladen, Frischkäse, Honig, Croissants, Pfannkuchen sowie Joghurt mit Granatapfel. Alleine wenn ich diese Zeilen schreibe, möchte ich die Zeit zurückdrehen und dieses fantastische Frühstück genießen. Es soll übrigens an die 1500 Riads in der Medina von Marrakesch geben!

Wir haben im Origin Hotel Riad Lhena genächtigt und vorab über Booking.com gebucht.

Dies und das

Die Währung

In Marokko zahlt man mir Dirham (DH). Diese entspricht in etwa 1:11, also 1 € = 11 DH.
Der höchste Schein sind 200 DH, ihr solltet allerdings versuchen die Scheine 100 DH und vor allem 200 DH zu vermeiden. Viele Geschäfte können auf diese großen Scheine überhaupt nicht rausgeben. Als wir ein Wasser kaufen wollten, für 7 DH, und mit 100 DH zahlen wollten, hat uns der Verkäufer ziemlich verzweifelt angeschaut und musste im Nachbar Geschäft erst Geld wechseln. Das ist in Marokko übrigens keine Seltenheit. Wenn man an einem ATM Geld abhebt, bekommt man leider nur 100er oder 200er Scheine, dann muss man schauen, dass man diese schnell klein bekommt, indem man Essen geht (da kommt man schneller auf ca. 80 DH und hat dann gleich 20 DH in klein) oder sich im Markt bereits mit Lebensmittel für die nächsten Tage eindeckt. 

Die Sprache

90 % der Marokkaner sprechen Arabisch und etwa die Hälfte beherrscht eine der Berber Sprachen. Mit Französisch kommt man oft sehr weit, es ist dort definitiv gebräuchlicher als Englisch. Die Menschen im Tourismus Sektor haben recht gutes Englisch gesprochen, es darf aber nicht erwartet werden. Wir waren auch durchaus schon in Restaurants, in denen kein Englisch gesprochen wurde, aber mit Hand und Fuß geht alles.

Die beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für Marokko ist abhängig davon, wo ihr euch aufhalten möchtet. Prinzipiell kann man aber sagen April, Mai, Oktober und November. Zwischen Juni und September wird es extrem heiß und kann Temperaturen von 40° C erreichen. Von Dezember bis März wird es etwas kühler mit um die 17° C -20° C. Wir waren ende September dort und es war durchschnittlich um die 30° C. 
Für eine ausführliche Beschreibung empfehle ich die Klimatabelle von Holiday Guru.

Trinkgelder und feilschen

In Marokko ist ein Trinkgeld von etwa 10 % üblich. Allerdings gibt man nicht nur Trinkgeld, wenn man gut gegessen hat. Nein, nein. Wenn euch jemand den Weg zeigt, was bei uns in Europa eine rein freundliche Geste ist, dann erwartet der Marokkaner eine finanzielle Gegenleistung. Wir haben versucht ohne Hilfe auszukommen und das hat auch gut geklappt. Einmal hat sich jemand nicht abschütteln lassen und hat uns gegen unseren Willen den Weg gezeigt. Wir haben ihm dann aus Höflichkeit ein paar Münzen geben wollen, jedoch wollte er Scheine haben und meinte er lässt sich nicht mit Münzen abspeisen. Wir haben ihm dann umgerechnet 2 € gegeben und auch hier war er nicht zufrieden. Man muss dann allerdings hart bleiben und ggf. einfach weiter gehen. 

Trinkgeld bekommen sollte auch euer Kofferträger. Wenn ihr euch Abholen lasst, dann ist es üblich, dass jemand euer Gepäck bis zur Riad trägt. Auf keinen Fall, solltet ihr darauf bestehen, eure Sachen selbst zu tragen. Es wäre sehr erniedrigend für die Person, da ihr ihm seinen Job wegnehmt. Lasst es euch einfach transportieren und gebt der Person einen oder zwei Euro, das ist dann auch genug. Behaltet euer Gepäck dennoch immer im Auge.

 

In Marokko ist feilschen ein fester Bestandteil der Kultur. Gerade in der Medina wird knallhart verhandelt. Ich habe mir einen Rucksack gekauft, welcher mir für 1000 DH (91,38 €) angeboten wurde und ich letztlich 550 DH (50 €) bezahlt habe. Es wäre sicher noch weniger gegangen, ich bin aber schlecht im verhandeln und wollte den Rucksack auch unbedingt. Ich bin dennoch zufrieden, denn früher hätte ich womöglich gar nicht versucht zu handeln sondern gleich den vollen Preis bezahlt. Wir haben mit einer Reisenden gesprochen, die tatsächlich geschafft hat von 1500 DH auf 400 DH runterzuhandeln! Und sie hat die Tasche nicht einmal gekauft, da sie nicht bereit war, mehr als 300 DH zu zahlen. Es sei erwähnt, dass die Verhandlung scheinbar recht lange gedauert hat.

keine Fotos bitte!

Wie bereits am Anfang des Posts Erwähnt, ist Marokko ein muslimisches Land, entsprechend gilt das islamische Bilderverbot. Dieses verbietet die bildliche Darstellung von Menschen und Tieren. Durch dieses Verbot sind übrigens erst die abstrakten Muster in den Häusern, Möbel, etc. des Orients entstanden. 
Menschen, welche sehr gläubig sind, wollen nicht fotografiert werden. Bevor ihr jemanden Fotografiert, solltet ihr also in jeden Fall um Erlaubnis fragen. Manche werden einverstanden sein, gegen eine entsprechende Gegenleistung. So könnt ihr einem Schlangenbeschwörer um die 10 DH (nicht einmal ein Euro!) für ein Bild abdrücken. Wenn jemand nicht fotografiert werden möchte, solltet ihr das respektieren und auf ein authentisches Bild verzichten. Diese werdet ich noch zu genüge knipsen können. Wir haben aufgrund dessen auch darauf verzichtet Menschenmengen zu fotografieren (z. B. am Place Djemaa El Fna). Vorsicht gilt beim Fotografieren von Militärischen Einrichtungen, Polizisten, Soldaten und Botschaftsgebäuden.

Dies ist aus Sicherheitsgründen komplett verboten.

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