Bali: Instagram Tour

Wie, was, Instagram Tour*? Ja tatsächlich, es gibt eine Tour, die dafür ausgelegt ist, die besten Instagram Spots anzusteuern und schöne Fotos zu schießen. Wir waren recht skeptisch. Von Anfang an bemerkten wir, dass Bali nicht diese paradiesische Insel ist, welche einem immer auf Social Media - vor allem Instagram - präsentiert wird. Natürlich ist ein Ort nie so wie in Instagram, aber bei Bali ist uns das doch viel negativer in diesem Zusammenhang aufgefallen als andere Orte. 

Wir haben unsere Skepsis beiseite gelegt und die Tour gebucht, da sie so ziemlich alles beinhaltete, was wir auf Bali sehen wollten und in der kurzen Zeit machbar war. Wie zu erwarten (bei einer Tour die Instagram mit im Namen trägt) waren unfassbar viele Touristen an den einzelnen Orten. Es gab wirklich Leute die ewig vor etwas gepost haben, um ein gutes Bild zu erhaschen. Es gab Warteschlangen und wir mussten einmal fast 30 Minuten warten, weil sich ein Paar sehr viel Zeit gelassen hat für das perfekte Foto.

Wow. Wir machen auch gerne Bilder aber nehmen uns nicht so viel Zeit, wenn wir wissen dort warten jetzt auch andere für ein Foto. Wir wollen die Zeit ja auch noch nutzen, um zu genießen was wir da vor uns sehen.

Die Tour selbst war wirklich schön und informativ, da wir einen tollen Guide hatten. 

Im Nachhinein sehe ich aber die Entwicklung sehr kritisch. Ich bin dankbar für Instagram, aber irgendwie verlieren viele Orte ihren Charme. Dazu später mehr.

Da dies eine auf Fotografie ausgelegte Tour war, gibt es jetzt wenig Text. 

Lepuyang Tempel (Das Himmelstor)

Wir wurden in unserer Unterkunft um 07:00 Uhr pünktlich von unserem Tourguide Made abgeholt. Die erste Station war auch die weiteste: das Himmelstor Lepuyang. Wir sind von Canggu aus um die zwei Stunden gefahren und zum Glück waren wir auch so früh da, denn es waren nur eine Handvoll Touristen vor Ort. Auf den Tempel hatte ich mich extrem gefreut - natürlich aufgrund der schönen Instagram Bilder. Aber wie schon erwähnt, es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Tempelanlage selbst ist sehr schön und das Himmelstor auch beeindruckend. Es war nur viel kleiner als erwartet und irgendwie dachte ich immer, dass vor dem Torbogen ein Teich wäre, da es so viele Fotos mit Reflexionen bzw. Spiegelung gab. Aber alles nur ein Trick - für 500 RP fotografieren nette Herrschaften euch mit eurem Smartphone und einem Spiegel, damit der Effekt entsteht. Auf solche Tricksereien haben wir verzichtet und haben ganz normale Fotos gemacht. 

Ok, ein bisschen posing darf schon sein. Aber Achtung: Küssen ist hier verboten, auch wenn das sehr romantische Bilder geben würde.

Eigentlich sollte man zwischen den Torbögen den Mount Agung sehen, bei uns war es aber sehr bewölkt.

Es gibt hier wirklich eine Schlange zum Warten und obwohl nur 4 Menschen vor uns waren mussten wir 20 Minuten warten, um schnell unser Bild zu schießen. Der Nachteil an Touren ist, dass man nicht so viel Zeit an den Orten verbringen kann, wie man möchte. Wir hätten gerne mehr Zeit in der Tempel Anlage verbracht, mussten aber weiter. Man darf übrigens nur in kompletter Traditionskleidung den Tempel betreten und sich auf keinen Fall auf die Treppenstufen setzen. Für die Anlage und das Himmelstor reicht ein Sarong und bei Schulterfreier Kleidung bekommt man noch ein Tuch um die Schultern.

Tirta gangga

Am Tirta Gangga Tempel sind wir vorbeigefahren, als wir nach Amed gefahren sind. Uns wurde zwar von dem Taxi Fahrer angeboten einen Stopp bei dem Tempel einzulegen, wir hatten aber abgelehnt, da wir einfach nur in Amed ankommen wollten. Im Nachhinein sind wir froh, den Tempel noch gesehen zu haben.

TUKAD CEPUNG Wasserfall

Bild © Tom & Ella: https://tom-ella-moments.de/
Bild © Tom & Ella: https://tom-ella-moments.de/

Der nächste Stopp war der Tukad Cepunk Wasserfall. Auf dem Weg dorthin hat es angefangen zu regnen, was den Weg ein wenig erschwert hat. Es geht nämlich steile Stufen nach unten, welche dadurch äußerst glitschig waren. Es ging kurz durch einen Fluss und dann waren wir schon in der Höhle, durch die der Wasserfall durchbricht. Wenn man zur richtigen Zeit da ist, strahlt das Licht sehr schön. Hier mussten wir wirklich sehr lange warten, um mal ein Foto ohne Menschen zu schießen. Hier hat sich ein Paar richtig ausgelassen. Der Wasserfall selbst ist natürlich trotzdem schön anzusehen, wenn man allerdings die Hot Spots von Bali ansteuert (und wie wir eine extra Instagram Tour bucht) muss man sich darauf einstellen den puren Massentourismus zu finden. Es muss jedem bewusst sein, dass wir alle Teil des Massentourismus sind. Die Frage ist, was man daraus macht. Wir für unseren Teil finden die extreme Inszenierung albern und mögen natürliche Bilder lieber.

 

Links seht ihr ein Bild von Tom und Ella, welche diese Selbstdarstellung und Inszenierung perfekt eingefangen haben. Die Dame war so sehr mit ihrem posing beschäftigt, dass sie die ersten Lichtstrahlen nicht bemerkt hat und das ist doch nun wirklich traurig.

Dafür fliege ich nicht extra nach Bali - aber manche anscheinend schon.

Instagram ist eine tolle App, immerhin findet man dadurch tolle Orte, welche einem vorher unbekannt waren. Allerdings nimmt das ganze überhand und die meisten rennen nur von einem Spot zum nächsten, um ein perfektes Bild zu bekommen. Der eigentliche Ort ist den meisten egal geworden.

Wie gesagt, wir sind alle Teil des Massentourismus, aber versucht zumindest die Orte und die Menschen um euch herum zu schätzen und zu respektieren.

Und das wichtigste: Nehmt euren Müll wieder mit!

Bali Swing

Schon einmal vom Bali Swing gehört? Das ist eine Schaukel Anlage, bei der man umgerechnet 30 € bezahlt und dafür den ganzen Tag schaukeln darf. Für uns ein völlig überzogener Preis. Wir sind nach dem Wasserfall bei einer kleinen Kaffee- und Tee Plantage gewesen. Uns wurde erklärt, wie der weltberühmte Luwak Kaffee hergestellt wird mit der Intension dann etwas zu kaufen. Da wir beide keine Kaffee Trinker sind, haben wir uns Lemongrass Tea gekauft.

Wir hatten vorab jede Tour abgelehnt, die auf solche Plantagen ging, da es uns zum einen nicht interessierte und zum anderen die Luwaks in Käfigen gehalten werden und das ihr ganzes Leben lang. So eine Tierquälerei wollten wir nicht unterstützen, wussten aber auch nicht, dass wir hier landen würden. 
Bei dieser Plantage gab es jedenfalls auch eine tolle 30 m hohe Schaukel, welche man benutzen durfte. Sie war das eigentliche Ziel für die Tour. Man wurde gesichert und konnte dann mit Ausblick auf den Wald schaukeln. Das war wirklich ganz nett, aber 30 € hätte ich dafür nicht bezahlt.  

ende der tour - Fazit?

Nach dem Schaukeln hat sich der Regen zu einem Starkregen entwickelt. Es war unser vorletzter Tag auf Bali und wir haben mitbekommen, dass es von diesem Zeitpunkt an zwei Wochen durch geregnet hat. Da hatten wir wirklich Glück mit dem Wetter! Eigentlich wäre der letzte Stopp der Tour noch die Tegalalang Reisterassen gewesen. Da wir hier aber schon waren und es bereits zu kleineren Überflutungen kam, haben wir beschlossen die Tour vorzeitig zu beenden.
Die Tour selbst war wirklich schön und insgesamt war es einer der schöneren Tage auf Bali. An den einzelnen Stationen war zwar viel los, wir hatten aber bereits mit  deutlich größeren Mengen an Touristen zum Beispiel bei Tanah Lot in der Nähe von Canggu oder das Zentrum von Ubud zu kämpfen. Die Tour selbst kann ich empfehlen, wenn man sich auf die Touristen einstellt und es einen nicht stört. Die ganzen Instagram Klassiker sind nun mal kein Geheimtipp mehr. Wer es lieber ruhig mag, sollte sich in Bali eher nördlich aufhalten oder die Insel einfach nicht besuchen. Dafür gibt es deutlich weniger besuchte Alternativen.

 

Passend dazu: 7 gute Gründe nicht nach Bali zu reisen von Bravebird

 

Wir sind froh, die Tour* gemacht zu haben, da wir sonst einiges verpasst hätten. Sollten wir Bali irgendwann wieder besuchen, werden wir den Süden aber meiden und uns mehr auf den Norden fokussieren.

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