Geothermales Wunderland Rotorua (Te Puia & Wai-o-tapu)

Grüne Wiesen erstrecken sich über unser Blickfeld. Man könnte fast meinen wir sind in Deutschland, doch dann erblicken wir hier und da ein paar Rauchwolken. Diese kommen jedoch nicht von Feuerstellen, sondern von geothermalen Bewegungen rund um Rotorua. Als der Schwefelgeruch dann unsere Nasen erreicht hat, wussten wir, dass wir angekommen sind. Rotorua - das Geothermale Wunderland! 

Ich muss mich jedoch korrigieren, eigentlich ist die Stadt Rotorua selbst gar nicht so spannend. Zumindest empfanden wir das so. Die wahren Highlights nennen sich "Te Puia" und "Wai-o-tapu", denn dort können richtig außergewöhnliche Landschaften erkundet werden. 

Te Puia - Maori Attraktion, Geysire und ein kleiner Kiwi

Te Puia war unsere erste Anlaufstelle im Gebiet um Rotorua. Es gibt verschiedene Angebote, die wahrgenommen werden können. Einfach nur den Park besuchen, Park mit Maori Darbietung, alles zusammen mit Abendessen etc. etc. Wir haben uns für den Park mit Maori Darbietung entschieden. Als wir eintrafen, fing gerade die Maori Show an. Auf meiner Bucketlist steht schon lange "Einen Haka live erleben" und diesen Punkt konnte ich dann freudig abhaken. Es war allerdings nicht nur ein Haka, sondern auch tolle Musik & Tanzeinlagen. Wir wurden sogar animiert mitzutanzen und dann standen alle Leute auf und haben die Schritte mitgemacht. Es war so wunderschön, dass ich ganz enttäuscht auf die Uhr sah, als es vorbei war. Das waren doch gerade mal 15 Minuten, oder? Tatsächlich saßen wir um die 45 Minuten da und haben das Schauspiel genossen. Es war einfach unfassbar schön. Nach der Darbietung, konnten wir Fotos mit ein paar Maori machen, darauf haben wir dann aber verzichtet. 

Nach der Show hatten wir die Gelegenheit das Areal zu erkunden. Es wird stündlich eine gratis Tour angeboten, wir wollten aber in unserem eigenen Tempo laufen und fotografieren, also sind wir ohne Tour los. 

In Te Puia lassen sich viele verschiedene Attraktionen erkunden. Gestartet sind wir im Pikirangi Village, eine Rekonstruktion eines historischen Maori Dorfes. So ist es möglich sich in etwa vorzustellen, wie die Maori damals gelebt haben, bevor die Europäer in Neuseeland eintrafen. Weiter ging es zum Kiwi House. Das Kiwi Haus ist eine kleine abgedunkelte Hütte, um dem kleinen Kiwi vorzugaukeln, es wäre Nacht. Kiwis sind Vögel ohne Flügel, welche Nachtaktiv sind und das Nationaltier Neuseelands. Sie sind recht selten in freier Wildbahn anzutreffen, deshalb waren wir froh, mal einen in echt zu sehen. Sie sind deutlich größer, als ich es vermutet hätte. Wir haben ca. 10 Minuten einem kleinen Racker zusehen können, wie er in dem Häuschen nach Futter sucht, um dann wieder zurück in seine Höhle zu verschwinden. 

Vorbei an Seen, qualmenden Pools und Schlammpools sind wir schließlich am Pōhutu Geysir angekommen. Er ist der größte Geysir in den südlichen Hemisphären. Er bricht so ca. einmal in der Stunde aus. Wir saßen ziemlich lange da und als wir schon gehen wollte, gab es ein lautes Zischen und plötzlich brach er aus. Bis zu 30 Meter kann er hoch werden! Bei uns hat er diese Höhe nicht erreicht, aber es war trotzdem sehr faszinieren, diesem Naturschauspiel zuzusehen. 
Da wir permanent Schwefelgeruch in der Nase hatten, ist mir davon nach ein paar Stunden ziemlich schlecht geworden und wir haben Te Puia verlassen. Es ist locker möglich hier einige Stunden verbringen, wenn man möchte und sich Zeit nimmt alles anzusehen.

Die Tour könnt ihr vor Ort buchen oder einfach über Get Your Guide* Tickets sichern.

Pōhutu Geysir
Pōhutu Geysir

Wai-o-Tapu Thermal Wonderland: Champagne- & Devils Pool

Der Schwefelgeruch lässt uns erst einmal nicht in Ruhe. Wir sind sehr früh losgefahren, um die Touristenmassen zu vermeiden, denn es ging ins Thermal Wunderland Wai-O-Tapu. Um 08:30 Uhr öffnet der Park und wir waren rechtzeitig dort um unser Ticket zu kaufen. Gute 30 NZ$ hat der Spaß pro Person gekostet, aber das war es uns Wert. Landschaftlich hat uns Wai-O-Tapu deutlich besser gefallen als Te Puia, wir sind aber froh beides gemacht zu haben, denn die Maori Show, der Kiwi und der Geysir waren einfach Spitzenklasse!

In Wai-O-Tapu gibt es auch einen Geysir, den Lady Knox, welchen wir aber bewusst ausgelassen haben. Jeden Morgen um 10:15 Uhr wird der Geysir durch die Verwendung von Seife künstlich zum Ausbruch gebracht. Das finden wir überhaupt nicht spannend, wir waren einfach froh einen "echten" gesehen zu haben. 

In Wai-O-Tapu sind für mich die größten Highlights der Champagne Pool sowie der Devils Pool. Der Champagne Pool ist einer der meistfotografierten Motive in Neuseeland und das nicht ohne Grund. Das Wasser im Pool ist Grünlich, der Rand des Pools allerdings extrem Orange. Sowas habe ich wirklich noch nie gesehen! Das Wasser ist 74° C heiß und ist stetig am dampfen. Es hat etwas gedauert, bis wir ein gutes Bild bekommen haben. Der Champagne Pool ist Teil der "Artist`s Palette", welche in Gelb, Grün und Orange Tönen leuchtet. Von einer Aussichtsplattform weiter oben ist es möglich, den surrealen Anblick zu genießen.

Das zweite Highlight ist der Devils Pool. Durch Schwefelablagerungen hat dieser nämlich eine Giftgrüne Farbe. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn ich nicht selbst dort gewesen wäre. Da verwundert es nicht, dass dieser Ort zu den 20 surrealsten Orten der Welt gehört. Mich würden ja die 19 anderen Orte auch noch interessieren, die würden direkt auf meine Bucket List wandern.

Champagne Pool
Champagne Pool

Waikite Valley - Baden in heißen Quellen

Unsere Übernachtung in der Region war wohlüberlegt. Wir haben meistens spontan entschieden, wo wir übernachten werden, aber das Waikite Valley musste sein. Es ist sehr bekannt, da hier in natürlichen heißen Quellen gebadet werden kann. 
Entsprechen hoch ist der Preis für einen Stellplatz dort. Eigentlich muss vorab reserviert werden, aber wir haben den letzten freien Platz an dem Tag bekommen. Der Campingplatz ist wirklich schön angelegt und man kann auch kurze Wanderwege an den heißen Quellen entlang spazieren. Wir sind das im Dunkeln mal abgelaufen und auch hier hat es eine ganz eigene Atmosphäre.
Die Anlage hat mehrere heiße Quellen, in denen gebadet werden kann, so ist es an den einzelnen Pools nicht zu überfüllt. Wir waren mit 4 anderen Leuten in einem größeren Becken und konnten uns sehr entspannen.
So lässt sich der Abend schön ausklingen.

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